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Neben den Aussagen dieser Website, die den Fall von Debra Jean Milke beschreiben, die Tat, die Veruteilung und deren Umstände, konnten im Lauf der Zeit diverse stichhaltige Indizien für Debbie's Unschuld gefunden werden, die hier angeführt werden. Da Debbie's Verurteilung neben dem von Detective Saldate behaupteten Geständnis, das nicht aufgezeichnet, nicht auf Video oder Cassette aufgenommen und nicht von Debbie unterschrieben ist, lediglich auf Indizien basierte, sollen die hier aufgeführten Fakten Indizien ihrer Entlastung darstellen. Gleichzeitig beenden diese Fakten diverse Gerüchte, die nach wie vor im Umlauf sind, um Debbie's Charakter zu denunzieren. Zunächst sollte noch einmal auf das Urteil vom 12. Oktober 1990 und die Festsetzung des Strafmasses vom 11. Januar 1991 eingegangen werden. Dem voran gegangen waren belastende Aussagen des eigenen Vaters, Richard Sadeik, Debbie's Schwester Sandra Pickinpaugh und der ehemaligen Freundin Dorothy Markwell während des Prozesses, die zu dem Urteil "schuldig" führten. Während der darauffolgenden Anhörung für das Strafmass durfte nach Arizona Recht jede Person anwesend sein, die Debra kannten, und ihre persönliche Meinung abgeben, u. a. Ex-Ehemann Mark Milke (der weder von der Staatsanwaltschaft noch vom damaligen Pflichtverteidiger in den Zeugenstand gerufen). Als Hintergrund dieser Aussagen muss man die familieninternen, dynamischen Verhätltnisse verstehen lernen, wie sie auch schon von Renate Janka,
Kommen wir nun zu den entlastenden Indizien. Anders als während der Gerichtsverhandlung und zur damaligen Zeit in den Medien dargestellt, gibt es keine Anzeichen dafür, daß sich Debbie als fürsorgliche Mutter des kleinen Christopher in irgendeiner Weise etwas hätte zu Schulden kommen lassen. Im Gegenteil : es gibt vielmehr Anhaltspunkte dafür anzunehmen, daß sie nach Christophers Geburt in erster Linie auf dessen Wohl geachtet hatte, in zweiter Linie aber auch darauf bedacht war, trotz ihrer zerrütteten Ehe mit Mark Milke das Verhältnis zwischen Vater und Sohn zu fördern. Trotz der Ehescheidung ließ sie Christopher hin und wieder tageweise mit seinem Vater zusammen sein. Mark, dessen Drogen- und Alkoholsucht für das spätere Scheitern der Ehe massgeblich verantwortlich war, wollte seinen Sohn nach einem weiteren Gefängnisaufenthalt einige Zeit für sich haben, dem Debra zustimmte, da Mark bei ihrer Schwester Sandy in Untermiete lebte und Debra ihrer Schwester vertraute. Im Sommer 1988 alarmierte Sandy ihre Schwester Debra, daß Mark mit Christopher zum Haus eines Freundes gefahren sei, der ebenfalls drogenabhängig war und der Polizei bekannt war. Debra schaltete sofort die Polizei ein, als sie nach ihrem Sohn suchte und ihn inmitten dieser Drogenszene vorfand, Mark sie dann tätlich und verbal angriff und Christopher nicht hergeben wollte. Danach ging ein tiefer Riß durch die Beziehung der beiden Eltern. Im folgenden Jahr (nach einem weiteren schlimmen Ereignis) erwirkte Debbie eine gerichtliche Anordnung. Diese besagte, daß sich Mark Milke sowohl von ihr als auch von Christopher fern zu halten hatte. Zur Begründung schreibt Debbie darin : "Nach dem schwerwiegenden Zwischenfall im Juni 1988 bestand ich auf "überwachte" Besuchsrechte. Als Mark im Januar 1989 von einem weiteren Gefängnisaufenthalt entlassen wurde, habe ich ihn zu einer Entziehungskur bewogen, wenn er je wieder Besuchsrechte haben wollte, die er auch über sich hat ergehen lassen. Trotz aller Beteuerungen war Mark jedoch keineswegs "clean", wie sich im Juli 1989 herausstellte, als ich Chris von einem sog. "überwachten" Besuch mit seinem Vater abholen wollte. Was ich vorfand, war der absolute Horror. Mark und seine Freunde waren total "high" und er wollte Chris auf keinen Fall hergeben. Er nahm mir meinen Autoschlüssel weg, schlug und würgte mich und drohte, mich umzubringen. Mein Sohn bekam das alles am Fenster des Hauses mit und war total verstört. Ich konnte ihn nicht befreien und wollte zur Polizei laufen, als schließlich einer von Mark's Freunden einlenkte, Mark festhielt und Chris aus dem Haus ließ. Wir rannten um unser Leben und ich wusste zunächst nicht wohin (es war spät nachts), außer uns hinter einem Müll-Container zu verstecken." Sie finden diese gerichtliche Anordnung untenstehend : Die gerichtliche Unterlassungsverfügung gegen Mark Milke (Juni 1988) Ein weiterer Punkt, der in Debbie's Verhandlung ein schweres Gewicht hatte, war deren Lebensversicherung. Zunächst - nach einer solchen befragt - verneinte Debbie die Existenz einer solchen Versicherung, weil es im Prozeß von der Staatsanwaltschaft so dargestellt wurde, als hätte sie eigens eine Lebensversicherung für ihren Sohn abgeschlossen und deren Einlösung wurde als Motiv suggeriert. Tatsache ist jedoch, daß Debra diese Versicherung als Teil ihres Sozialpaketes beim Antritt ihrer neuen Arbeitsstelle im August 1989 erhielt. Hierbei gibt es keine Versicherungs-Police, wie man sie kennt, wenn man eine Lebensversicherung z.B. durch eine separate Versicherungsagentur ersteht. Es existiert lediglich ein Antrag für die angebotenen Sozialleistungen des Arbeitgebers, dessen Durchschrift an die Angestellten ausgehändigt wird. Dazu gehören Zahnkostenversicherung, Krankenversicherung, Lebensversicherung und dergleichen mehr. Der originale Versicherungsantrag, von Debbie im August 1989 unterschrieben. ![]() ... und die dazugehörigen Bedigungen, die Leistungen im Falle tätlicher Angriffe und Verbrechen ausschließen. Bei der Gerichtsverhandlung wurde seitens der Staatsanwaltschaft suggeriert, dass James Styers, der mutmassliche Täter, seinem Freund Roger Scott eine Beteiligung an dieser Versicherung zugesagt hat. Debbie behauptet ihrerseits, nie mit Styers über ihr Sozialpaket gesprochen zu haben, daß er sie aber beim Ausfüllen der Formulare beobachtet und ihr viele Fragen gestellt hat. Gesetzlich ist in den USA festgelegt, daß der fürsorgeberechtigte Elternteil der Begünstigte im Todesfall des Kindes ist. Als Begünstigte für sich selbst hat sie ihre Schwester Sandy Pickinpaugh eingesetzt - ausgerechnet jene Person, die später bei der Anhörung wegen des Strafmasses nach der Todesstrafe für ihre Schwester verlangt hat ! Das Mietverhältnis mit James Styers ab Juli 1989 war für Debbie von vornherein nur eine Notlösung. Nach den Turbulenzen ihrer Trennung von Mark Milke, des Aufenthaltes bei ihrer ehemaligen Freundin in Colorado, dem längeren Krankenhausaufenthalt von Christopher und der Scheidung von Mark Milke im vorangegangenen Jahr, mußte sich Debbie's in der zweiten Hälfte des Jahres 1989 auf eigene Beine stellen. Sie konnte z.B. nicht mehr bei ihrer Ex-Schwiegermutter, der deutschstämmigen Ilse Milke, leben, um sich und Chris vor Mark Milke zu schützen, obwohl deren Verhältnis trotz Scheidung ein sehr herzliches war. Sie nahm das Angebot, bei Styers zunächst einmal Unterkunft zu finden an. Im Gegensatz zu Behauptungen anderer Parteien der Familie hat sie immer versucht, für sich und ihr Kind selbst zu sorgen. Nach Antritt ihrer neuen Arbeitsstelle im August 1989 mit guten Zukunftsaussichten hat sie sich darum bemüht, für sich und Christopher ein eigenes Leben aufzubauen (eigene Wohnung, Kindergartenplatz für Chris usw.). Es bestehen Behauptungen, das Bewerbungsformular für eine eigene Wohnung würde nur sie als Mieter aufführen. Das ist falsch. Auch hierzu haben wir das Original ihres Antragsformulars, worin eindeutig Christopher mit aufgeführt ist. ![]() Debbie's Bewerbungsformular für eine Wohnung, die sie mit Christopher ab Januar 1990 beziehen wollte. Doch auch nach der Gerichtsverhandlung und dem Todesurteil vom Janaur 1991 gibt es Indizien, die für Debbie's Unschuld sprechen. So haben wir zwei Originalbriefe von James Styers', die dieser aus dem Gefägnis geschrieben hat. Beide Briefe haben unterschiedliche Adressaten, die nicht mit der Familie verwandt oder bekannt und völlig unabhängig voneinenander sind. Interessant und bemerkenswert ist, daß es in beiden Briefen von ihm eindeutig heißt, daß Debbie unschuldig ist und nichts mit der Sache zu tun hatte. Im zweiten Brief behauptet er sogar, daß der Polizeiermittler Armando Saldate gelogen haben muß. |
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