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Mein Name ist Dr. med. Leonardo Garcia-Buneul. Ich bin über achtzehn Jahre alt. Ich bin nie eines Kapitalverbrechens schuldig gesprochen worden und ich bin befugt, diese eidesstattliche Erklärung abzugeben. Ich habe persönlich Kenntnis der Umstände, die in dieser eidesstattlichen Erklärung beschrieben werden, und wenn ich unter Strafandrohung für Meineid aussagen sollte, würde ich folgendes bezeugen :
- Ich bin Doktor der Medizin und befugt, im Sataat Arizona zu praktizieren. Ich bin öffentlich anerkannter Psychiater. Ich bin seit 35 Jahren zugelassener Psychiater. Ich werde vom Bezirk Maricopa County, Arizona beschäftigt. Ich besetze die Position des Direktors der Heilpsychatrie, und diese Position besetze ich seit einundzwanzig Jahren. Ich überwache das gesamte psychiatrische Heilprogramm des Bezirkes.
- Ich kenne die Antragstellerin dieses Falles persönlich, Debra Jean Milke. Ihr behandelnder Psychiater war Dr. Martin Kassell, doch wegen der Ernsthaftigkeit Ihrer Anklage und dem hohen Anforderungsprofil des Falles sah ich sie regelmäßig während der gesamten Zeit, die sie im Maricopa Country Gefägnis einsaß, was ungefähr 15 Monate war. Während ihres gesamten Aufenthaltes war sie in der psychiatrischen Abteilung untergebracht. Zuerst sah ich sie am 7. Dezember 1989 und zuletzt sah ich sie am 4. Februar 1991. Zuerst sah ich sie durchschnittlich zweimal in der Woche. In der Mitte ihres Aufenthaltes sah ich sie ungefähr einmal alle zehn Tage bis zwei Wochen. Als Ihr Gerichtsverfahren heran nahte, sah ich sie mehrmals die Woche.
- Als sie in der Psychiatrischen Abteilung ankam, war sie sehr depressiv. Sie weinte sehr oft und sehr lange. Es fiel ihr schwer, mit den Befragungen ihres Anwaltes, Ken Ray, klarzukommen. Einige mal war sie so aufgebracht, daß sie den Raum verließ. Ich bot mich an, bei den Befragungen anwesend zu sein, weil sie mir vertraute, sie sich in meinem Beisein wohler fühlte.
- Es gab eine Reihe von Gelegenheiten welche anzeigten, daß sie unter unheimlicher Trauer litt, welche von der voranschreitenden Zeit nicht erleichtert wurde. Während dieser Ereignisse die mit kleinen Kindern zu tun hatten wurde sie sehr aufgebracht, sie begann fürchterlich zu weinen und rannte in ihr Zimmer. Oft fing sie an zu weinen und sagte "ich verließ meinen Sohn, ich verließ meinen Sohn, als ich ihn zu Metrocenter mit diesem Mann gehen ließ. Es ist meine Schuld, weil ich ihn gehen ließ." Sie sagte nie etwas oder tat irgendetwas was mich glauben ließ, daß sie mit dem Tod ihres Sohnes zu tun hatte, tatsächlich beteuerte sie immer ihre Unschuld indem sie sagte "Wie können sie mir das antun ? Wie können sie mir vorwerfen, meinen Sohn umgebracht zu haben ?" Sie sagte mehrfach, daß sie mit ihrem Sohn wegziehen wollte um mit ihrem Sohn ein neues Leben zu beginnen und vom Vater ihres Sohnes wegzukommen. Zuerst konnte sie kein Bild ihres Sohnes ansehen, jedoch später beobachtete man wie sie sie beim Betrachten seiner Bilder lächelte. Gelegentlich hing sie das Bild ihres Sohnen an ihrer Zellenwand auf.
- Während der gesamten Zeit, die ich sie sah, waren ihre Aussagen und Taten stimmig mit andauerndem tiefem Schmerz und unstimmig im Bezug auf ein Gefühl der Schuld, außer wenn sie sich selbst die Schuld dafür gab, daß sie ihren Sohn an jenem Tag in das Metrocenter gehen ließ.
- Nachdem wir ihr Verhalten beobachtet hatten, ihr während all der Dikussionen zuhören konnten und Informationen all der Leute ausgewertet wurden, die mit ihr zu tun hatten, war ich überzeugt, daß sie eine ehrliche Schmerzreaktion zeigte, keineswegs eine Schuldreaktion. Ich wurde überzeugt, daß sie nichts mit dem Tod ihres Sohnes zu tun gehabt hatte; sie war nicht schuldig, und sie hatte keinerlei Wissen von dem, was ihrem Sohn zustoßen würde und sie hat hat auf keine Art und Weise daran teilgehabt.
- Sie hatte mehrfach gesagt, daß sie besorgt sei, in der Öffentlichkeit ihr Gesicht zu verlieren. Sie wollte sich alleine mit ihren Gefühlen auseinandersetzen oder in Verbindung mit jemandem, dem sie traute. Ich war die Person, der gegenüber sie ihre Gefühle ausdrückte und mit der sie darüber sprach, wenn wir in einer "unter-vier-Augen" Situation waren.
- Mein Team und ich sprachen mehrfach mit Debra zu verschiedenen Gelegenheiten, Ihre Angst ihr Gesicht zu verlieren, wenn sie bei Gericht ist. Wir hatten sie vorbereitet daß sie "cool" bleiben solle, ihre Gefühle kontrollieren, nicht zu reagieren, nicht zu weinen oder sich aufzuregen, auf die Fragen zu hören und diesen zu genau zu antworten, wie möglich. Dieses ist unsere Grundempfehlung wenn wir mit jemandem zu tun haben, der unter schweren Anklagen zu Gericht muß. Wir versuchen sie vorzubereiten, so daß diese Personen fähig sind, mit dem Streß umzugehen, ohne zusammen zu brechen. Wir tun dies indem wir lehren, ihre Emotionen währige dieser anstrengenden Zeiten unter Kontrolle zu behalten. Um dies zu erreichen simulieren wir oft ein Schein-Gericht mit ihnen, was wir auch mit Debra gemacht haben. Ich habe Debra persönlich mehrfach angewiesen, wie sie ihre Gefühle kontrollieren könne und nicht vor Gericht zusammenbrechen würde. Sie wurde eine lange Zeit darauf vorbereitet, keine Gefühle zu zeigen, als sie zum Gericht ging.
- Das Anti-Depressiva, das Debra während des Verfahrens einnahm, hatte keine Emotionslosigkeit während des Verfahrens zur Folge, dennoch, es sollte ihr helfen, emotionslos zu bleiben, wie sie trainiert und angewiesen war.
- Währned der fünfzehn Monate, die sich Debra in der psychiatrischen Abteilung aufhielt, empfand weder das Personal noch ich sie als trügerisch oder manipulativ. Sie war immer freundlich, ehrlich und hat niemals versucht, Ihre Gefühle als Entschuldigung zu verwenden.
- Eine schwere Schmerzreaktion dauert von sechs Monaten bis zu einem Jahr, dann heilt es und schwächt in unterschiedlichen Abstufungen ab, als Debra also zum Gericht ging war sie bereits durch den schwersten Teil ihrer Schmerzreaktion gegangen, hatte dem Umstand akzeptiert, daß ihr Sohn tot sei und hatte dies bis zu einem gewissen Punkt verarbeitet, was ihr auch zur Kontrolle ihrer Gefühle verhalf.
- Zu der Zeit als Debra zum Gericht ging, hat sie ein starkes Vertrauen/einen starken Glauben entwickelt, daß sie für unschuldig befunden werden würde. In den 21 Jahren die ich mit Leuten zu tun gehabt hatte, die der Todesstrafe oder lebenslangem Gefägnis entgegensahen, habe ich noch nie eine Reaktion wie Debra's gesehen, sofern die Person davon überzeugt war, unschuldig zu sein. Wenn eine Person schuldig ist, hätte er oder sie diesen Umstand akzeptiert und wäre mit einer Haltung ins Gericht gegangen, schuldig gesprochen zu werden, unabhängig davon, ob sie für schulig gesprochen werden oder nicht.
- Während des Verfahrens, wenn Debra vom Gericht zurück ins Gefägnis kam, ging sie in ihrem Raum und war total zerstört. Sie wurde hysterisch und weinte völlig aufgelößt für lange Zeit.
Weiteres sagte der Aussteller nicht.
ÜBERPRÜFUNG
DR. LEONARDO GARCIA BUNEUL, zuerst ordnungsgemäß unter Strafandrohung vereidigt, erklärt an Eides statt und bezeugt :
Daß er die voran aufgeführte eidesstattlichen Erklärung gelesen hat und das alle hierin enthaltenen Tatsachen (Paragraph 1 - 12 einschließlich) der Wahrheit entsprechen.
Unterzeichnet : Dr. Leonardo Garcia Buneul
UNTERZEICHNET UND BEEIDIGT vor mir an diesem Tag im September 1995, durch Dr. Garcia Buneul.
Unterzeichnetc : Charonlee Stein, NotarÖffentlichkeit
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