Hypothetische Annahmen :
An einem Sonnabend Nachmittag
Anfang Dezember nahmen zwei Männer einen vier-jährigen Jungen zu einer abgelegenen Wüstengegend und ermordeten ihn, in dem sie ihn drei mal in den Hinterkopf schossen. Um ihre Spuren zu verwischen, gingen die Männer dann zu einem lokalen Einkaufsmarkt, wo sie sich dann trennten.
Einer der Männer, ein platonisch mit der Mutter des Jungen befreundeter Mann, rief sie zu Hause an und erzählte ihr, daß das Kind im Einkaufsmarkt verschwunden sei. Er zog die Hilfe der Sicherheitsbeauftragten des Einkaufszentrums hinzu und diese riefen dann die Polizei an, um das Kind als vermißt zu melden. Die Mutter rief den polizeilichen Notruf an, obwohl die Männer ihr sagten, daß er und ein Sicherheitsbeauftragter die Polizei anrufen würden.
Am Abend schloß die Polizei das Einkausfzentrum, während die Mutter zu Hause am Telefon blieb, falls sie der Junge anrufen sollte. Freunde und Bekannte warteten in ihrer Wohnung und suchten in den sich anschließenden nächsten Stunden das Einkaufszentrum ab. Die Mutter arbeitete umfangreich mit der Polizei zusammen und unterzog sich einem Interview nach dem anderen, in jener langen, schlaflosen und tränenerfüllten Nacht. Die Mutter erklärte der Polizei, daß sie ihren Wohnungsgenossen drei Jahre zuvor kennengelernt hatte, als sich ihre Schwester mit ihm angefreundet hatte. Sie wurden und blieben über diese Jahre hinweg befreundet und waren sporadisch miteinander in Kontakt. Als die Situation mit ihrem Ex-Ehemann zunehemen schwieriger wurde, zogen Mutter und Kind bei dem Mann als zwischenzeitliche Lösung ein. Danach nahm sie einen guten Arbeitspplatz an und sicherte sich durch eine Anzahlung eine neue Wohnung für ich selbst und ihren Sohn. Ohne weitere Benachrichtigung der Polizei über den Verbleib ihres Sohnes für die Familie der Mutter sie in eine Nachbarstadt, um bei ihrem Vater zu sein.
An jenem Morgen begann die Polizei zu vermuten, daß eine Straftat begangen wurde und rief einen Mordkommissar hinzu, der in der Folge der Ermittler in diesem Fall wurde. Als Veteran der Polizeistation mit zwanzig Jahren Diensterfahrung war dieser Kommissar die letzten sechs Jahre als Mordermittler tätig. Anschließend schied er aus dem Polizeidienst aus, bevor dieser Fall vor ein Gericht kam. Nachdem er instruiert worden war und die Ermittlungen eines Freundes des Wohnungsgenossen überwachte, befragte er diesen Mann erneut. Ohne eine Audio- oder Videoaufzeichnung veranlaßt zu haben, kam der Ermittler mit einem Schuldbekenntnis aus dem Interview.
Der Mann behauptete, er sei lediglich der Fahrer gewesen und daß sein Freund verantwortlich für die Ermordung des Kindes sei. Er brachte die Kommissare dann zum toten Körper des Kindes und an die Orte, an denen weitere Beweismittel sichergestellt werden konnten. Während dessen verstrickte der Mann auch die Mutter in den Tod ihres Sohnes. Es gab keine physischen Beweise für die Verstrickung der Mutter. Ein anderer Kommissar nahm später die Aussage des Mannes auf, um die vorangegangenen Vernehmung festzuhalten.
Direkt danach, und ohne weitere Informationen erhalten zu haben, rief der Kommissar beim lokalen Polizeirevier an und ließ die Mutter zu deren Büroräumen bringen, wo sie dann üüber zwei Stunden saß und auf das Eintreffen des Polizisten wartete. Der Kommissar bestellte einen Polizei- Helikopter und flog die fünfzig Meilen zur der kleinen Stadt, wo sich die Mutter bei iihren Eltern aufhielt. Obwohl er von seinem Vorgesetzten beauftragt war, die Mutter zu befragen und diese Befragung aufzuzeichnen, nahm der Detective kein Bandgerät mit sich. Später sagte er dann aus daß er annahm, das lokale Polizeibehörde würde über ein Aufzeichnungsgerät verfügen. Er fragte niemals nach einem Bandaufzeichnungegrät.
Bei seiner Ankunft ging der Kommissar in den kleinen Raum innerhalb des Polizeigebäudes, wo die Mutter zusammen mit einer Freundin der Familie wartete. Er stellte sich vor und schickte die anderen aus dem Raum und schloß die Tür hinter sich. Ein großer Mann, ungefähr 182 cm groß und 110 KG schwer, setzte sich der Kommissar direkt vor die Mutter. Als sie ihn fragte ob er irgend etwas über ihren Sohn gehört habe ignorierte sie der Polizist, nahm sein Notizbuch heraus und schaute auf seine Uhr. Er sagte ihr dann "wir haben ihren Sohn gefunden, er wurde ermordet und sie sind verhaftet." Als sie zu schreien und weinen begann, erklärte er, daß er ihr Weinen nicht akzeptieren würde und daß sie ruhig sein solle. Er laß ihr dann ihre Miranda-Rechte vor.
Nach der anschließenden Befragung stellte der Kommisar dar, er habe es geschafft die Mutter derart zu beruhigen, daß sie ihre Mittäterschaft eingestanden hatte. Trotz dieser Behauptung machte der Polizist nie eine Anstrengung dieses Geständnis aufzuzeichnen oder ein geschriebenes, unterzeichnetes Geständnis von der Mutter zu erhalten. Er sagte, sie wollte ihre Aussage nicht aufzeichnen lassen und daß sie nach einem Anwalt fragte, nachdem sie bekannt hatte. Der Kommissar behauptete später, daß sie Tränen vorgetäuscht habe und während des Interviews ihre Bluse hochgezogen habe, um ihm ihre Brüste zu zeigen.
Der Polizist begleitete die Mutter zurück nach Phoenix. Er sagte ihr, während der Fahrt still zu sein und ihm keine Fragen zu stellen. Er legte ihr keine Handschelllen an während sie auf dem Rücksitz im Fahrzeug währned der fünfzig Meilen Fahrt saß.
Nachher bestritt die Mutter, daß sie dem Beamten gegenüber jemals ein Bekenntnis abgegeben hätte. Sie erkannte an, daß er ihr ihre Miranda-Rechte verlesen habe, fügte jedoch hinzu, daß sie über die Nachricht des Todes ihres Sohnes und ihrer eigenen Verhaftung derart geschockt gewesen sei, daß sie unfähig war, an ihre eigenen Rechte zu denken. Sie sagte dem Kommissar gleich zu Beginn, daß sie keine Bandaufzeichnung wollte, sie wollte einen Anwalt. Sie erklärte, daß sie einen Zipfel Ihrer Sweatshirts benutzt habe, um ihre Augen und Nase während der Befragung abzuwischen.
Drei Tage nach dem Verhör schrieb der Kommissar seinen Report und zerstörte dann die Notizen, die er zeitgleich bei der Befragung angefertigt hatte. Der Report enthielt keine eindeutigen Schuldaussagen der Mutter. Der Report war vielmehr voll von Aussagen und Behauptungen, die jeweils als be- oder entlastend ausgelegt werden könnnten, abhänging vom Zusammenhang, in dem diese gemacht wurden. Der Report ist so geschrieben, daß der Lesen davon abhänging ist, den Zusammenhang zu erfahren, in dem die Aussagen gemacht worden sind.