Maricopa Oberstaatsanwalt
Richard Romley



Richard Romley
Foto von John Gipe

Anmerkung des Übersetzers



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Der Oberstaatsanwalt des Kreises Maricopa, sozusagen "eiskalt erwischt" in 1992/93 im Verlauf des mittlerweile berüchtigten Falles der "Tempelmörder", auch bekannt als das "Tucson Quartett", muß angesichts seines groben Schnitzers im Hinblick auf seine politische Karriere Blut und Wasser geschwitzt haben. Dennoch, seinem Charakter, seiner Gerissenheit und seinem politischen Selbsterhaltungstrieb entsprechend, wußte er sich aus der Zwickmühle herauszuwinden.

Er erkor die Polizeiabteilung und das Büro des Bezirkssheriffs von Maricopa zu seinen Prügelknaben. Zunächst führte Romley die Ermittlungen in dem Fall gemeinsam mit der Abteilung des Sheriffs, als jedoch nach vehementen öffentlichen Protesten die Wahrheit ans Licht kam, vollzog er eine 180 Grad-Kehre und forderte den Sheriff unvermittelt auf, Indizienbeweise vorzulegen.

Durch die Verhaftungen der Tucson-Männer entflammte eine heftige Kontroverse bezüglich Ermittlungstaktiken und Befragungsmethoden der dem Sheriff von Maricopa unterstellten Detektive. Obwohl die vier verhafteten Männer das Verbrechen gestanden hatten, wurde die Anklage niedergeschlagen, da keinerlei Indizienbeweise aufgefunden werden konnten, die sie mit der Tat in Verbindung gebracht hätten.

Die jüngste Enthüllung - aus entsiegelten Gerichtsunterlagen - die ein weiteres, durch das Büro des Sheriffs eingebrachtes ebenfalls falsches Geständnis zu demselben Fall ans Tageslicht brachte, verursachte noch größeren Ärger : "Der Gipfel des Ganzen ist die Verhaftung eines anderen Mannes durch den Bezirkssheriff von Maricopa aufgrund eines während einem 15-stündigen Verhör abgelegten Geständnisses", äußerte Luis Calvo, der Anwalt des Verhörten, Mr. Garcia : "Er war über ein Jahr im Gefängnis für eine Tat, mit der er nichts zu tun hatte. Es ist jämmerlich !"

"Er war vollkommen unschuldig", hierzu Romley. "Ich bin entrüstet ... Er legte ein falsches Geständnis ab, eine Situation, die stark an die Verhältnisse bei der Vernehmung des Tucson Quartetts erinnert ... Das ist nicht der Sinn und Zweck unseres Ermittlungssystems, und darüber bin ich schockiert."

Unser (das U.S.-, Anm.) Justizsystem ist auf dem Fundament aufgebaut, daß niemand zur Selbstbezichtigung genötigt werden darf. Doch diese Haltung wurde nicht nur von ein paar wenigen Ermittlern mißachtet. Sie arbeiteten auf diese Weise unter der Leitung des ehemaligen Sheriffs Tom Agnos und seiner engen Mitarbeiter Major George Leese und Captain Jerry White. Agnos wurde als Sheriff abgewählt, Leese verlor seinen Arbeitsplatz und White wurde von der Verbrechensbekämpfung zum Gefangenentransport versetzt. Und der neue Sheriff, Joe Arpaio, revidiert mittlerweile den gesamten Scherbenhaufen.

Maricopa's Bezirksstaatsanwalt Richard Romley kann sich die Ehre anrechnen, mit der Erpressungsmethodik aufgeräumt zu haben. Die Staatsamwälte jedoch blieben still und leise während des "Dirty Harry"-Spiels von Agnos' Mitarbeitern. Sie nahmen das 2-monatige zermürbende Verbleiben der vier Tucson-Männer im Gefängnis hin.

Romley, who vowed not to plea-bargain in the Temple Case, has done just that with Garcia. His reasons - to clear up an injustice and cinch his case against the alleged trigger man - are sound. But Romley is bound to be second-guessing for dealing with a 10-count murderer.

Mittlerweile sind sich Verteidigungsanwälte ihrer Sache sicher, wenn sie behaupten, daß Garcia's Bekenntnis lediglich ein falsches Geständnis mehr unter vielen ist. Zu guter Letzt gestand Jonathan Doody, der angebliche Komplize Garcia's, ebenfalls dieselbe Mordtat nach 14 Stunden Verhör. Er behauptete, Mitglied einer 10-köpfigen Räuberbande zu sein, welche den Tempel angegriffen hätte. Und der zuständige Richter erkannte diese Behauptung als zulässigen Beweis an !

Die Staatsanwälte werden wohl letztendlich murmeln "Da haben wir also haben sechs Personen, die den Mord gestanden haben, aber nur Garcia sagt die Wahrheit."

© 1993, Phoenix Newspapers, Inc.



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Richard Romley, Bezirksstaatsanwalt von Maricopa, würde uns gerne glauben machen, mit der Justiz auch der Geschichte gedient zu haben, als die Jury Doody wegen Mord ersten Grades verurteilte ...

Die Ermittlungsbeamten des Sheriffs haben den Fall gründlich satt, da er zu den größten Demütigungen der Exekutive in der Geschichte Arizona's gehört. Die Detektive ließen sich durch einen psychisch Kranken auf die falschen Verdächtigen bringen, dann stopften sie die Tucson-Männer zunächst mit Informationen voll, um sie anschließend in ein falsches Geständnis zu treiben. Hingegen versäumten sie wochenlang nach Konfiszierung der Mordwaffe die notwendigen Untersuchungen daran vorzunehmen.

Die Bezirksstaatsanwaltschaft hat die Nase ebenfalls von dieser Angelegenheit voll, da die Polizisten ihre Aufgabe zu einem regelrechten Witz verkommen ließ, das gesamte Strafjustizsystem zu einer Farce machten. Ohne jegliche Untermauerung durch tatsächliche Beweise arrangierten die Beamten den Gewinn dreier Anklagen vor der Grand Jury und eine Anklageerhebung gegen unschuldige Leute. Ein weiteres falsches Geständnis erpressten sie im Mordfall Cameron.

Diesen Monat lehnte der Bezirksstaatsanwalt von Maricopa, Richard Romley, den Antrag einer Gruppe von Rechtsanwälten auf Einrichtung eines unabhängigen Untersuchungsausschusses zur Einschätzung des Sachverhaltes falscher Geständnisse ab.

Der Antrag ging auf den Peterson-Fall zurück, einem geistig verwirrten Mann, der nach der Anklage, eine Frau vom Cave Creek ermordet zu haben, 14 Monate im Gefängnis verbracht hatte. Er wurde in Januar entlassen, nachdem ein Jugendlicher aus West Phoenix ausgesagt hatte, seine Freundin hätte die Frau getötet.

Romley sprach seine Erschütterung über den Fall aus und kritisierte in diesem Zusammenhang die Rolle, die die Beamten des Sheriff's bei den Geständnissen von vier Verdächtigen (Tucson-Quartett) im Fall des Buddistentempel-Massakers von 1991 spielten.

Bezirksstaatsanwalt R. Romley wollte erwiesenermaßen einen Prozeß gegen die Tucson- Männer anstrengen. Captain Jerry White jedoch äußerte gegenüber Ermittlern, dies habe sich geändert, als Romley durch wachsende öffentliche Kritik an dem Fall unter Beschuß geriet.

Hr. Romley erklärt dazu aktuell, er werde von nun an mit "misstrauischem Auge" über jegliche von den Polizeiermittlern gewonnenen Geständnisse wachen.

Trotz der Proteste des damaligen Sheriffs, Tom Agnos, die Tucson-Männer wären noch immer in den Fall involviert, hatte Mr. Romley's Staatsanwaltschaft kaum eine andere Wahl als den Fall gegen sie niederzuschlagen - die einzigen Beweise gegen sie waren tatsächlich ihre Geständnisse.

Dies überrascht tatsächlich keinen, der mit dem (US-, Anm.) Strafjustizsystem vertraut ist. Falsche Geständnisse können in Arizona schwerlich als eine Seltenheit bezeichnet werden. Von dem verfassungsgerichtlichen Urteil Miranda vs. Arizona 1966 an hat der Staat AZ eine Chronik von Fällen produziert, die bis vor den U.S. Supreme Court gelangten, welcher grobes Fehlverhalten der Exekutive durch die Verletzung der verfassungsgemäßen Rechte der Angeklagten bei den Verhören feststellte, die zu den Geständnissen geführt hatten.

Das Auftreten solcher Fälle ist jedoch keineswegs auf Arizona beschränkt. Eine 1986 in dem Magazin "Verbrechen und Kriminalität" erschienene Studie des Wissenschaftlers Ronald Ruff schätzt die Anzahl der falschen Geständnisse U.S. weit auf bis zu 6.000 pro Jahr. Eine weitere Studie der Strafjustizgelehrten Hugo Debau und Michael Radelet, beide Experten auf dem Gebiet der Todesstrafe, identifizierten falsche Geständnisse als die Hauptursache von Fehlurteilen gegen unschuldige Personen.

Zu einer Zeit, in welcher Arizona und andere Staaten die Todesstrafe anwenden, ist dieses Problem falscher, erzwungener Geständnisse keineswegs ein zweitrangiges Thema der Innenpolitik. Wenige durch Regierungen begangene Fehler können mit dem Schrecken einer zu Unrecht vollzogenen Hinrichtung konkurrieren. Wie zuletzt der Justizminister Thurgood Marshall schrieb, als die Todesstrafe 1972 niedergeschlagen und dies verfassungsrechtlich fixiert wurde : "Der Tod ist unwiderruflich, Lebenslänglich nicht."

Das Urteil von Miranda stellte fest, daß Verhöre durch die Polizei ohne die Möglichkeit, die Befragung seitens des Verhörten abzubrechen, bereits einen Zwang darstellen und dazu führen, daß Verdächtige Äußerungen gegen sich selbst machen, wobei das 5. Verfassungsgesetz verletzt wird. Der Supreme Court folgerte letztendlich in Miranda, daß Geständnisse von der Polizei erzwungen würden, da sich Verdächtige ihres Rechts, die Aussage zu verweigern, nicht bewußt seien, oder ohne die Anwesenheit eines Anwalts nicht die Fähigkeit hätten, die Tragweite ihres Gesprächs mit der Polizei zu erkennen und einzuschätzen. Das Gericht wies ausdrücklich darauf hin, daß die gegenwärtige Verhörpraxis mit psychologischen Zwang behaftet ist.

Obwohl in den darauffolgenden Jahren einige insbesondere die Exekutive begünstigende Abweichungen von dem Verfassungsgerichtsurteil von Miranda herausgearbeitet wurden, ist der Supreme Court niemals von der grundsätzlichen Position, daß die Forderung nach einem Anwalt die weitere Befragung sofort verbietet, abgewichen. Die in Miranda festgelegten, dem Verhafteten zu verlesenden Warnungen hatten dennoch wenig Durchschlagkraft im Hinblick auf das Verhindern falscher Geständnisse, sogar wenn die Polizei sie gewissenhaft anbrachte.

Unabhängig davon, ob die Methodik der Polizei mit den Miranda-Beschlüssen konform geht, sind die Gerichte nichtdestoweniger angehalten zu entscheiden, ob ein Geständnis unter der Gesamtheit der Umstände freiwillig erfolgte. Die Miranda-Richtlinien und die Freiwilligkeit eines Geständnisses sind zwei verschiedene Dinge. Grundsätzlich darf ein unter Verletzung der Miranda-Rechte - also ohne Rechtsbelehrung des Festgenommenen - erhaltenes Geständnis nicht von der Staatsanwaltschaft im Prozess verwendet werden, (da als Folge Zwang unterstellt wird, Anm. des Übersetzers). Hingegen darf, falls der Beschuldigte im Prozess zu seinen Gunsten aussagt, ein vorher gegebenes freiwilliges Geständnis als Anklage gegen ihn verwendet werden, wenn er z.B. eine frühere Aussage widerruft, in diesem Falle sogar dann, wenn die Miranda-Klauseln verletzt wurden.

Handelt es sich unter diesen Bedingungen tatsächlich um ein freiwilliges Geständnis ?

Folge ist, daß die Gerichte eine hochgradige Verpflichtung haben, die Freiwilligkeit eines Geständnisses festzustellen. Wie der Supreme Court 1976 im Fall Hutto vs. Ross anmerkte, wurde eine Aussage dann nicht freiwillig gemacht, wenn : "... sie durch Androhung jedweder Art von Gewalt erpresst wurde, durch jedwede direkte oder implizite Versprechungen verursacht wurde, sei es auch nur ein minderschwerer Fall, oder durch sonstige Ausübung irgendeines unsauberen Einflusses verursacht wurde." Das Ziel dieses Gesetzes ist es, die Exekutive vom Einsatz physischer Gewalt oder extremen psychischen Drucks zum Erhalt eines Geständnisses abzuhalten. Ein unfreiwilliges Geständnis kann unter keinen Umständen gegen einen Angeklagten verwendet werden.

In Arizona konzentrieren sich die Gerichte darauf zu entscheiden, ob der freie Wille des Beklagten durch die Polizei übermäßig eingeschränkt wurde. Wie viele Fälle in Arizona gezeigt haben, "sind Geständnisse von Vorneherein als unfreiwillig anzusehen, und der Staat hat die Beweislast zu zeigen, daß ein Geständnis freiwillig war und nicht das Resultat von physischem oder psychischem Zwang."

Dennoch, so der Revisionsgerichtshof von Arizona zu einem speziellen Fall, ist der Polizei die Anwendung "psychologischer Taktik" zum Entlocken von Aussagen eines Verdächtigen nicht untersagt. Auch Täuschungsmanöver sind nicht verboten. Die ursprünglichen Verdächtigen im Buddistischen Tempelmassaker und George Petersen sind nur Beispiele der jüngsten Vergangenheit für das ethische Dilemma, das durch die Legitimierung der Exekutive zur Anwendung auch nur eines bestimmten Maßes an "psychologischer Taktik" zum Erhalt von Geständnissen entsteht."



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13. Juli 1993, THE PHOENIX GAZETTE :

"Hr. Romley äußerte öffentlich seine Entrüstung."

Hr. Romley äußerte öffentlich, daß die in Arizona angewandte Polizeitaktik nicht dem Sinn und Zweck des Ermittlungssystems gerecht wird.

Hr. Romley äußerte öffentlich, daß er ab sofort mit "mißtrauischem Auge" auf Geständnisse zweifelhafter Natur, welche zu Verhaftungen und Verurteilungen innerhalb der letzten vier Jahre geführt hatten, schauen werde. (Nach einem Gesprächsmitschnitt des A/E-Kanals).

WIR, ALS DIE ÖFFENTLICHKEIT; STELLEN FOLGENDE FRAGEN AN HR. ROMLEY :

  • Was ist aus Ihrer geäußerten Entrüstung geworden ?
  • Wieviele Fälle wurden aufgrund Ihres "mißtrauischen Auge's" revidiert ?"
  • Was läßt Sie vermuten, daß es nicht zu einem weltweiten öffentlichen Aufschrei im Falle von Debbie Milke kommen wird ? ES WIRD DAZU KOMMEN !!!
  • Sind Sie zufrieden mit einer nicht bezeugten, nicht bestätigten, nicht unterschriebenen, ja nicht einmal mit Initialen versehenen Erzählung eines Ihrer früheren Polizeiermittler, und wollen Sie uns erzählen, dies sei der die korrekte Funktionsweise unseres Ermittlungssystems ?

DENKEN SIE NOCHMALS NACH, HR. ROMLEY !!!

Zwar handelt der nachfolgende Bericht nicht von Debbie Milke , er beschreibt jedoch sehr detailliert die Arbeitsweise der Bezirksstaatsanwaltschaft seit Rick Romley die Leitung übernahm. In diesem Sinne hat der Bericht einen direkten Bezug zu dem, was mit Debbie Milke geschah.


New Times, 22.-28. May 1991

"WAS HÄLT RICK AUF SEINER SPUR ?"

Manche behaupten, dasselbe, das ihn auch ins Schleudern bringt

von : DEBORAH LAAKE

... Seine Kollegen, die Romley genau beobachtet haben und sich zu einem Interview für diesen Artikel bereiterklärten, beschreiben ihn einhellig als einen Mann unbegrenzten Ehrgeizes, den Unsicherheiten gegenüber oder Ärger mit Anderen gerne zu Revanchismus verleiten. Sie weisen auf Schwierigkeiten Romley's hin, von der korrekten Linie abweichende Kollegen mit dieser Tatsache zu konfrontieren, eine Eigenschaft, die zum Verwischen der Zuständigkeitsgrenzen von Polizei und Staatsanwaltschaft führte. Dies stattete die Polizei mit erheblich größerer politischer Macht aus.

... Andere behaupten, seine Unfähigkeit Sachverhalte direkt auf den Tisch zu bringen können sogar zu einem Nachgeben Romleys als Staatsanwalt gegenüber den Forderungen dem Polizeidienst führen. Sollte dieser Vorwurf wahr sein, birgt er eine immense Gefahr, da gerade die Bezirksstaatsanwaltschaft die ausdrückliche Aufgabe hat, den Machtgebrauch der Ordnungshüter zu beobachten und in der korrekten Bahn zu halten.

... Die Einrichtung der sogenannten "Beschwerdeabteilung" kann diese Kontrollfunktion tatsächlich zum Zusammenbruch bringen. Unter Romley's Vorgängern entschied der spätere Ankläger im Prozess gleichzeitig im Vorfeld über die Erhebung der Anklage. Unter Romley hingegen entscheidet eine separate Gruppe über die Anklageerhebungen - die "Beschwerdeabteilung" - und anderen Staatsanwälten werden die Prozesse zugewiesen.

... Beobachter weisen darauf hin, daß ein System zur Anklageerhebung mittels einer "Beschwerdeabteilung" gegen die Autonomie eines Chefs wie Romley, der mit Kritik geizt, arbeitet, da die Polizei immer Druck auf ihn ausüben wird, mehr Anklagen zu erheben. Anstelle sich dieses Klammergriffes zu widersetzen ist es für Romley eine leichte Sache, eine kleine Gruppe von Juristen zu disziplinieren oder auszutauschen, deren Anklagepraktiken der Polizei nicht gefallen, so Insider. "Es ist einfacher für Romley, mit der Polizei schlichtweg konform zu gehen und alles zur Anklage zu bringen", sagt einer von ihnen, "Damit hat er den Beifall der Bürger auf der Sonnenseite." Eine weitere Informationsquelle : "Wir sind dabei, haufenweise unsaubere Fälle zur Anklage zu bringen." Und ein Dritter, ein Staatsanwalt, der unter Romley aufgab, ist besorgt über die unter dem Eindruck wachsenden Einflusses auf die Staatsanwaltschaft gegebene Möglichkeit der Polizei, in der Öffentlichkeit wesentlich aggressiver aufzutreten, da diese sich weniger gezügelt fühlt. "In meinen letzten Jahren in der Staatsanwaltschaft begann mich die Arbeitsweise der Polizisten zu bestürzen," sagte er, "Sie gewinnen mehr und mehr Macht. Gingen sie früher zu Einsätzen, um Ruhe aufrecht zu erhalten und darauf zu achten, daß niemand verletzt wird, kommen sie heute mit gezogener Waffe herein."

Es muß nicht unbedingt ausschließlich ein Mangel an Rückgrat sein, wenn Romley vor der Polizeiabteilung katzbuckelt. Einer seiner Beweggründe kann durchaus auch eine weitere Variation des Themas persönlicher Ehrgeiz sein. Beobachter heben hervor, daß sich ein auf seine Wiederwahl konzentrierter Bezirksstaatsanwalt die Polizei wohlgesonnen halten wird, eine Lektion, die von Chuck Hyder, der in der Siebzigern eine einzige Wahlperiode als Bezirksstaatsanwalt amtierte, scheibchenweise gelernt wurde. Hyder bestand auf einem allgemein bekannten Satz von Standardbedingungen als Voraussetzung zu einer Ankage, welche für die Polizei verständlich waren und von seinen Anwälten angewandt wurden. Er stellte weiterhin sicher, daß alle Waffeneinsätze der Polizei unabhängig durch die Bezirksstaatsanwaltschaft untersucht wurden, und war, kurz gesagt, ein gewaltiger Dorn im Auge der Polizeiabteilung. "Mein eigener Eindruck wie auch Rückmeldungen von persönlichen Freunden, die in der Exekutive arbeiten, besagten : 'Die Jungs von der Polizei mögen Dich nicht, Du bist zu streng.'" sagt Hyder. Umgehend bekam er dafür die Quittung, als die nächste Wahl kam; er verlor, und die Polizei hatte ihr Scherflein dazu beigetragen, indem sie öffentlich gegen ihn Stellung bezog, so seine Worte. Romleys Gleichgestellte glauben nicht, daß dieser ein solches Risiko eingehen will.

Sie stellen fest, daß er viele Entscheidungen der Bezirksstaatsanwaltschaft ausschließlich an der von ihm unterstellten Pressereaktion ausrichtet. Wie ein Insider sagt : "Er treibt wirklich alles voran, was zu besonderer Profilierung beiträgt."

... Romley wägt seine Handlungen als Bezirksstaatsanwalt durchweg mit seinen im Hinterkopf vorhandenen persönlichen Interessen ab. "Er ist ein ausgesprochen ehrgeiziger Bursche," sagt unsere Informationsquelle. "Ich vermute, er strebt eine Senatoren- oder Abgeordnetenposition an."

"Normalerweise betrachtet man sich die Umstände eines Falles und macht sich ein Bild, ob dieser beweisbar ist. Man überlegt : 'Was ist hier das Richtige ?'", sagt unsere Informationsquelle. "Romleys einzige Überlegung jedoch war : 'Wie reagieren die Medien, wenn ich so entscheide ? Und wie, wenn ich das Gegenteil tue ?' Das ist seine permanente Vorgehensweise." Unser Interviewpartner fährt fort mit einem Vergleich Romleys mit seinem Vorgänger Tom Collins : "Collins hatte einen strengen Ehrenkodex, der einigen Leuten nicht passte, aber er versuchte stets das Richtige zu tun. Romley hat diesen eigenen, inneren Kodex nicht. Alle seine Wertvorstellungen sind relativ."



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IM HINBLICK AUF DAS OBEN GESCHILDERTE SZENARIO -
GESCHRIEBEN EIN KNAPPES JAHR NACH
DEBRA JEAN MILKE'S PROZESS 1991 -
IST ES NICHT SCHWER ZU VERSTEHEN, DASS DETECTIVE ARMANDO SALDATE ANNEHMEN DURFTE, DAS ALLES, WAS ER AUCH IMMER BEHAUPTEN ODER ALS GESTÄNDNIS PRODUZIEREN WÜRDE, AKZEPTIERT WERDEN WÜRDE.



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Monday, 03-Mar-2008 20:17:57 CST
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