Staatsanwalt Noel Levy



Noel Levy
Foto von John Gipe


Staatsanwalt Noel Levy hatte Zweifel
über Debbie Milke's Schuld.


"Sie fing an, mir leid zu tun,
so wie sie anfing, wie ein in die Enge
getriebener Hase zu zittern."


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New Times, 10. April 1991

Sogar Staatsanwalt Noel Levy, ein fähiger Veteran der Bundesstaatsanwaltschaft gibt zu, daß er Zwiefel an Debbie's Schuld während der Verhandlung hatte. "Sie fing an mit leid zu tun, wie sie da im Gerichtszimmer saß und zitterte, wie ein in die Enge getriebener Hase," sagte Levy.

Kurz nachdem Debbie in den Zeugestand gekommen war wurde es den meißten Zuschauern klar, daß sie sich mit einer offensichtlich herzlosen Aussage versenkt hatte. Sie war wie stählern als Levy ihr die kleinen Cowboy Stiefel übergab, die Christopher trug, als er starb. Ihre Beschreibungen von unaussprechlich tragischen Ereignissen grenzen an das Banale, nicht wiederzuerkennen mit dem, was sie Saldate angeblich 1989 zum Mord gesagt hatte : "Ich glaube ich habe mich in meiner Einschätzung geirrt. Ich bin doch bloß ein emotional verwirrtes 25 Jahre altes Mädchen das Hilfe braucht, ihre Probleme zu lösen."

Je länger Debbie im Zeugenstand verbrachte, umso schlimmer wurden die Dinge für sie. "Sie war hart wie ein Brocken, kalt wie Stein da oben," sagt Noel Levy. "Sie übergab mir den Fall regelrecht. Als sie aussagte, konnte ich nicht an mich halten. Ich ging wirklich dicht an sie heran und ich guckte in ihre Augen und es versetzte mir einen Schlag. Hinter dem Schild sah ich das vollendet Böse. Ihre Augen waren tot."

Debra stand unter dem Einfluß von Beruhigungsmitteln, vorgeschriebenen Medikamente, als sie in den Zeugenstand ging. Staatsanwalt Levy hätte die Symptome einer Person unter Anti-Depressiva kennen sollen. Ihre Persönlichkeit flacht ab und ihre Reaktionen sind nicht mit normalen Reaktionen zu vergleichen.

Wenn Hr. Levy wirklich Zweifen an Debra's Schuld gehabt hatte wie er vorgibt, dann muß er auch Zweifel an der Glaubwürdigkeit von Ermittler Saldate's Geschichte gehabt haben, da ja der gesamte Fall auf seiner Darstellung basierte und auf ihrem angeblichen Geständnis. Ob Debra unter Beruhigungsmittel angemessen geantwortet hatte, ist dabei nicht das Thema.

Es gibt darüber hinaus auch einen kulturellen Aspekt, der von Staatsanwalt Levy nicht gewürdigt worden war. Debra Milke war in Deutschland geboren, von einer Deutschen Mutter. Dieser Kultur war/ist es eigen, daß man immer die Haltung bewahrt, kühl bleibt und sich beherrscht verhält. Über sichtbare Gefühle runzelt man die Stirn. Da Debbie von ihrer Mutter großgezogen wurden, ist dies ein Teil ihrer Persönlichkeit. Addiert man hier die Einnahme von Anti-Depressiva hinzu, würde man ihre Reaktionen als ziemlich normal betrachten.

Staatsanwalt Levy ist bekannt dafür, "Überraschungszeugen" zu laden, ohne daß die Verteidigung in zeitlich angemessenem Rahmen wie es das Gesetz verlangt hierüber informiert wird. Im Fall "Arizona gegen Krone" wurde aus genau diesem Grund niedergeschlagen und ein neues Gerichtsverfahren wurde angeordnet.

Die Taktiken, die Staatsanwalt Levy und sein Büro angewendet hatten um Debra's Familienmitglieder zu zwingen gegen sie auszusagen waren sicher nicht nach einer akzeptablen oder gesetzlichen Beweissuche aus und waren eindeutig eine Verletzung - NICHT NUR -  von Debbie's Rechten, sondern auch deren Ihrer Familie.

  1. Ihre Schwester Sandy wurde mit Gefängnis bedroht, wenn sie nicht gegen Debra aussagen würde. Der Staatsanwalt war so gewissenlos, daß Sandy, die zu der Zeit schwanger war, gezwungen wurde, operativ eine frühere Geburt einzuleiten, um im Zeitplan des Staatsanwaltes hineinzupassen.
  2. Debra's Mutter, die in der Schweiz lebt, erhielt einen aufgeregten Anruf ihrer Tochter Sandy, mit der Nachricht "Komm' nicht wegen der Gerichtsverhandlung her; sie werden dich ins Gefängnis stecken, wenn Du nicht gegen Debbie aussagst."


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