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Für den deutschsprachigen Leser, der evtl. mit den Verhältnissen im U.S.-Rechtssystem nicht vertraut ist, ein paar kurzgefaßte Anmerkungen : Im U.S.-System werden im Gegensatz zu Europa viel mehr Amtsträger auf bestimmte Amtszeiten gewählt, so z.B. Richter aller Landesinstanzen, der leitende Bezirksstaatsanwalt und der Sheriff als Polizeichef eines Bezirks. Dies führt zu einer stark an der öffentlichen Meinung ausgerichteten Qualität der Entscheidungen. Die Miranda-Rechte wurden 1966 durch den Supreme Court, das U.S. Verfassungsgericht, als für die einzelnen Bundesstaaten bindend festgelegt. Sie sollen garantieren, daß einem Verhafteten seine verfassungsgemäßen Rechte bewußt sind. Miranda hatte die bekannten Sätze : "Sie haben das Recht zu schweigen. Alles, was Sie von nun an sagen, kann vor Gericht gegen Sie verwendet werden ( ... )" zur Folge. Die folgenden Berichte sollen an dieser Stelle verdeutlichen, welche Auswirkungen die Besetzung von wichtigen Posten in der Justiz mit auf Zeit gewählten Amtsinhabern nach sich ziehen kann und in welchem Maße dies zur Zeit des Urteils gegen Debbie gegeben war. Die Berichte nehmen Bezug auf einen bestimmten Mordfall, bekannt als das "Buddhistische Tempelmassaker". Ein Amokschütze war in eine buddhistische Gebetsstätte eingedrungen und hatte zehn Personen erschossen. Die Polizei erhielt nach vielstündigen Verhören von insgesamt 6 Verdächtigen, darunter das "Tucson-Quartett", vier Männer, die gleichzeitig festgenommen worden waren, Geständnisse der Tat. Es konnten allerdings zur Untermauerung der Geständnisse der Tucson-Männer keinerlei Indizienbeweise gewonnen werden, und die Geständnisse stellten sich im Nachhinein als unter Druck gemachte Falschaussagen heraus. Jürgen Hartwig |