Der Appel einer Mutter



Debbie's 	Mutter, Renate Janka


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Seid mehr als acht Jahren teilen mein Mann und ich mit meiner Tochter, Debra Jean Milke, einen für gesetzestreue Bürger hier und im Ausland unbeschreiblichen und unbegreiflichen Alptraum.

Als ich zum erstenmal vom Verschwinden meines Enkelsohnes Christopher hörte, stand die ganze Familie auf beiden Kontinenten unter Schock und befürchtete eine Entführung. Es gab Spekulationen, daß vielleicht Debbie's Ex-Mann, der die meiste Zeit der kurzen vier Jahre Lebenszeit seines Sohnes, wegen seiner Drogen- und Alkoholsucht im Gefängnis verbringen mußte, Christopher entführt haben könnte. Wenn er unter Einfluß stand, was in seinem Leben seit seiner frühen Jugend (so sein Vater) die meiste Zeit der Fall war, hatte er bei vielen Gelegenheiten genau damit gedroht. Wie auch immer, Debbie und Mark hatten großzügig, wenn auch beaufsichtigten, Besuchsrechten zugestimmt um sicherzustellen, daß Christopher keiner Drogenumgebung ausgesetzt würde, wenn Mark Rückfälle hatte. Trotz seiner ernsten Probleme liebte Mark seinen Sohn und ich hätte mir schwer vorstellen können, daß er zu einer solchen Tat fähig wäre.

Ich telefonierte mit Debbie, die absolut hysterisch war, und versuchte einen Weg zu finden, sie zu beruhigen. Ich sagte ihr, daß sie alles, was ihr irgendwie einfiel was helfen könnte Christopher zu finden, der Polizei erzählen sollte. Ich sprach selbst mit den Polizisten in ihrer Wohnung, die mir versichterten, daß Debbie absolut kooperativ war und das allen Hinweisen nachgegangen würde, was - wie ich später erfuhr - nicht der Fall war.

Ich, wie auch meine Töchter, wuchsen mit dem Glauben an die Integrität unserer staatlichen Schutzeinrichtungen auf.

Einige Stunden später wurde mir mitgeteilt, daß mein Enkelsohn tot in einer Wüstensenke gefunden worden war. Ich brach zusammen und war tief unter Schock. Am nächsten Tag (für uns war es mitten in der Nacht) informierte mich mein Ex-Mann, Richard Sadelik, daß Debbie gestanden hätte - keine Erklärungen, keine Details, nichts. Ich drehte fast durch. Ich flog mit der nächsten Maschine nach Phoenix und dachte dabei, daß die ganze Welt verrückt geworden ist. Ich fand mich in der Mitte der Familie meines Ex-Mannes und einer Gruppe von Leuten die ich kaum kannte wieder. Ich wurde mit der rund-um-die Uhr TV-Berichterstattung und der Printmedien konfrontiert, die meine Tochter Debra als entartetes Ungeheuer schilderten. Irgendwo in meinem Unterbewußtsein dachte ich, daß sie über jemand anders redeten. Dies ist nicht die Debbie, die ich mein Leben lang kannte und überdies erst vor einigen Wochen besucht hatte.

Die Tatsache, daß niemand der Anwesenden - Familie, Freunde, Nachbarn - auch nur den geringsten Zweifel an den "Wahrheiten", die das Fernsehen brachte aufkommen lies, bestürzte mich sehr. Und dann war da noch dieses "Geständnis". Jeder sah die Aussage von Detective Saldate als volle Wahrheit an, und niemand - nicht einmal Debbie's Vater - gab sich jemals damit ab auch nur danach zu verlangen, dieses Geständnis zu sehen oder fragte wie es zustandegekommen war. Darüberhinaus störte mich die Tatsache sehr, daß unter diesen Leuten, und speziell die Familie alle möglichen wilden Spekulationen über Debbie's Motive geäußert wurden. Alte Neidgefühle, sogar Haß tauchten auf. Ich fühlte mich alleine, wie eine Träne im Ozean. Meine Psyche wollte einfach nicht funktionierten.

Ich ging zum Bestattungsinstitut und war schockiert, daß Debbie keine Erlaubnis bekam, dem Begräbnis ihres Sohnes beizuwohnen. Ich sah Christopher's Vater, von Kopf bis Fuß weiß angezogen, in sichtbarer Trauer, wie wir anderen Anwesenden auch, über den brutalen Mord an seinem Sohn. Ich erwartete einen Gottesdienst um der Seele meines Enkelsohnes Frieden zu geben, aber ich fand mich in einer Art "Willkommen Zurück Feier" für einen rehabilitierten ehemaligen Süchtigen, was ich vom Pastor unter diesen Umständen widerlich fand, und so ging es auch vielen anderen Anwesenden.

Mark Milke ließ seinen Sohn kremieren und behielt die Urne. Niemand von uns wird je die Möglichkeit haben, an einem Grab um Christopher zu trauern.



Mark Milke
Mark Milke


Gleich nach dem Begräbnisgottesdienst ging ich zu Detective Saldate. Nach ein paar einleitenden Worten entließ er mich mit Worten, die ich niemals vergessen werde : "Ihre Tochter ist absolut schuldig und sie ist bösartig. Ich werde sicherstellen, daß sie geröstet wird und sie wird das Tageslicht nie wieder von Draußen sehen. Madam, sie tun besser dran, dahin zurückzugehen woher Sie gekommen sind, und zwar schnell." Irgendwie schaffte ich es, mich zusammen zu nehmen und nach dem sogenannten Geständnis zu fragen und er teilte mir mit, daß dies Polizeieigentum sei, und ich dazu keinen Zugang haben könne. Auch fragte ich wer ihr Anwalt sei und entweder wußte er das nicht, oder er weigerte sich mir das zu sagen. Das einzige, was ich erreichte, war Debbie's Auto zurückzuholen (das wir für sie nur wenige Wochen zuvor gekauft hatten).

Ich kehrte auf das Anwesen der Sadeiks zurück. Die Haltung der Familie schockierte mich durch ihre unverblümte Widerlichkeit. Es war eine Haltung von "Verwandten, die unter sich den persönlichen Besitz eines Verstorbenen aufteilen". Meine Tochter Sandy forderte sofort Debbie's Auto (in dem Christopher zu seiner Exekution gefahren worden war) und mein Ex-Mann bat mich, die Flugtickets für Sandy und ihren Mann Ron zurück nach Wyoming zu bezahlen, wofür ich Debbie's Ersparnisse benutzen mußte - Ihre Zahlungen an mich für den Autokredit ! Man wollte auch, daß ich die Begräbniskosten übernehme. Doch ich wußte, daß mein Ex-Mann Lebensvericherungspolicen auf alle seine Kinder und Enkel abgeschlossen hatte. Richard's Frau, Maureen, bat mich in Debbie's Wohnung zu gehen und nachzusehen, was man für ihre eigene Tochter Karen gebrauchen könnte. Der einzige Grund, daß zustimmte, mit ihr dort hinzugehen war, Debbie's perönliche Papiere dort abzuholen. Wie auch immer, sie waren alle nicht mehr da, nicht einmal ihre Geburtsurkunde. Ich hatte keinen Anhaltspunkt, was mit den Papieren geschehen sein konnte. Mir war diese ganze Erfahrung total zuwieder.

Ich weiß nicht mehr wie, aber ich fand den Namen von Debra's Pflichtverteidiger heraus, Kenneth Ray. Jeden Tag, der mir noch in Phoenix verblieb, rief ich ihn an, aber ohne Erfolg. Weil ich mich auf "Noturlaub" von meiner Arbeit befand, und mir nur noch eine Woche blieb, war ich dabei, die ganze Zeit gegen Wände anzurennen. Niemand schien irgendetwas zu wissen. Als ich abreisen mußte, bat ich meinen Ex-Mann und seine Familie, sich mit Debbie's Pflichtverteidiger in Verbindung zu setzen, was sie aber nie taten. Offensichtlich existierte Debbie in ihrer Welt nicht mehr.

Nachdem ich in die Schweiz zurückgekehrt war, war mein Herz gebrochen, ich lebte in einem Zustand den ich nur als "lebendiges Koma" bezeichnen kann. Ich hatte noch immer keine Ahnung was WIRKLICH passiert war, nur was die Medien und die Anklage zum Drucken und Senden ausgewählt hatten. Zu dieser Zeit hatte ich keinen Kontakt mit Debbie, weil ich immer noch nicht logisch handeln konnte und das Trauma über die Ermordung von Christopher und die Verwicklung meiner Tochter in eine Konspiration war zu niederschmetternd für mich. Alles was ich tun konnte war, mich auf meine Arbeit zu konzentrieren und zu versuchen mit meinen Schmerz in häuslicher Einsamkeit fertig zu werden. Mein Mann und ich diskutierten die Situation viele Male und die einzige Idee, die wir hatten war, dem amerikanischen Justizsystem zu vertrauen. Wir waren weder finanziell in der Lage ein berühmtes Anwaltsteam zu engagieren, noch konnten wir wegen unserer beruflichen Aufgaben in Phoenix sein.

In der Ermittlungsphase war ich in ständigem Telefonkontakt mit meiner Tochter Sandy Pickinpaugh. Da passierten die nächsten eigenartigen Dinge. Mein Mann und ich wurden mit Anfragen nach finanzieller Hilfe bombardiert, und das mit seltsamen Worten wie "So, jetzt hast Du nur noch mich, und ich werde dich nicht enttäuschen, Mutti, wie ich das früher gemacht habe". Alle unsere Gespräche waren durchzogen von versteckten Bitten. Wie auch immer, wenn ich fragte ob sie irgend etwas über Debbie's Fall wüßte, wich sie dem Thema aus. Ich habe niemals eine klare Information von ihr oder irgendwem sonst bekommen. Das einzige, was sie mir schickten war, was die Presse über Debbie's Beteiligung an Christopher's Ermordung gedruckt hatte. Bei unseren zahlreichen Telefonaten erfuhr ich, daß Sandy schwanger geworden war und, daß während der letzten Woche ihrer Schwangerschaft Detective Saldate nach Wyoming kam, um sie zu befragen. Wozu das, konnte ich nicht verstehen. Sie sagte mir, daß wenn sie abgelehnt hätte mit ihm zu reden, sie bei Gericht vorgeladen worden wäre. Ich erinnere mich ihr empfohlen zu haben "sich von ihrem Gewissen leiten zu lassen". Ich fand es unbegreiflich, daß Sandy für die Anklage aussagen sollte. Sie sagte "mache Dir um mich keine Sorgen, Mutter, übrigens will Detective Saldate, daß Du mit ihm Kontakt aufnimmst, weil Du auch als Zeugin der Anklage vor Gericht geladen wirst". Sofort sagte ich "Auf keinen Fall würde ich nach Phoenix kommen um gegen meine eigene Tochter auszusagen". Deshalb entschied ich, in Übersee zu bleiben. Jetzt war ich völlig verwirrt darüber worauf dieses Gerichtssystem hinauswollte. War das in einem zivilisierten System rechtmäßig ? Außerdem ärgerte es mich fürchterlich, daß Debbie's Pflichtverteidiger alle meine Anrufe ignorierte. Wollte dieser Verteidiger nicht die Mutter der Person, die er verteidigte, sprechen ? Wie konnte das sein ?

Nach der Gerichtsverhandlung informierte mein Ex-Mann uns, daß Debbie schuldig gesprochen war, und sie wurde wenige Monate später zum Tode verurteilt. Das widersetzte sich allem, an das ich jemals geglaubt hatte. Ein Jahr später luden wir Sandy und ihre Familie ein, einen Urlaub mit uns in der Schweiz zu verbringen. Während ihres Aufenthaltes und in meinen Gesprächen mit Sandy fiel mir wieder dieses eigenartige Verhalten auf. So lange wir uns auf ihre eigenen Angelegenheiten konzentrierten war alles in Ordnung. Wenn ich nach Debbie fragte, wurde sie ausweichend wie schon früher. Wenn ich auf meinen Fragen bestand, wurden Sandy's Äußerungen sehr beleidigend. Ich konnte das immer noch nicht verstehen. Jedenfalls brachte das meinen rationalen Denkprozess wieder in Gang und ich wurde mißtrauisch, daß irgendetwas in Debbie's Fall schrecklich schief gelaufen war.

Über meine Eltern in Berlin erreichte mich im gleichen Jahr endlich ein langer Brief von Debbie. Ich muß ihn wohl zehnmal gelesen haben bevor mir dämmerte, was wirklich passiert war. Die Welt brach um mich herum ein weiteres Mal zusammen. Ich schrieb ihr sofort zurück (36 maschinengetippte Seiten), adressiert an ihren Pflichtverteidiger mit der Bitte um Weiterleitung. Vier Monate vergingen, und ich hörte überhaupt nichts. Ich erhielt dann einen weiteren Brief von Debbie (ihr letzter Versuch mich, als ihre Mutter, zu kontaktieren). Sie fragte, warum ich sie aufgeben würde, wo sie doch unschuldig an diesem Verbrechen war und alles was ihr wichtig war verloren hatte, als Christopher getötet wurde. Ich war außer mir, daß Kenneth Ray meinen Brief nicht an sie weitergeleitet hatte. Also schrieb ich ihr direkt und erklärte, was man mir gesagt hatte und womit ich zur Zeit des Verbrechens und danach konfrontiert war. Seit dem haben wir wieder engen Kontakt und langsam erfuhr ich viele Details zu ihrem Fall.



Der Brief den 	Debbie 1993 geschrieben hatte
Debbie's Brief


Wenig später entschied sich ein privater Anwalt ihren Fall aufzunehmen weil er und alle seine Experten überzeugt waren, daß ein schrecklicher Justizirrtum passiert war. Zum ersten mal gab man mir die Abschriften von Debbie's Prozeßakten. Dabei wurde mir klar was passiert war, und es war mir unmöglich Worte für das Grauen zu finden, das ich empfand.

All die Jahre glaubte ich an ein Justizsystem, das von diesem Land als eines der beispielhaftesten der ganzen Welt proklamiert wurde. Als ich 1970 ergeben meinen Treueeid schwor und eingebürgert wurde, glaubte ich an die Verfassung der Vereinigten Staaten von Amerika und deren Schutzmechanismen, um die individuellen Rechte ungeachtet der Religion, Hautfarbe und des Glaubens zu schützen.

Ich las mit meinen eigenen Augen die Rechtfertigung für den Exekutionsbefehl, in der das Gericht seine Entscheidungen auf eine Regelung stützt, die NIE der Verteidigung eine Anhörung der wirklichen Beweislage erlaubt hat. Die "Post Conviction Relief Petition" (eine Petition, die nach der Verurteilung zur nachträglichen Würdigung des Urteils dient) wurde im Dezember 1997 vom State Supreme Court zurückgewiesen. Es war, als müsse man daran zweifeln, auf welcher Grundlage das Gericht entscheidet. Ein Verkehrsvergehen gegenüber einem Menschleben, das auf dem Spiel steht ? Man beginnt zu zweifeln woran es diesem Rechtssystem überhaupt gelegen ist. Als eine Bürgerin dieses Landes kann ich hier nicht stillhalten und eine solche Ungerechtigkeit gegenüber den Menschenrechten akzeptieren - ob es um meine eigene Tochter geht, oder um einen anderen Menschen.

Ich entschloß mich meinen Job aufzugeben, womit ich mein Einkommen und mögliche Vorteile bei der Altersversorgung opferte. Ich verlies mein zu Hause und meinen Ehemann um hierher zu kommen um etwas zu TUN. Ich weiß nicht, wie lange wir das finanziell durchhalten aber das ist nicht das wichtigste Thema. DAS THEMA IST : ICH GLAUBE DAß DAS, WAS DEBBBIE PASSIERTE, EIN VERBRECHEN IST. ES IST GEGEN ALLE MENSCHENRECHTE. ES IST DURCHZOGEN VON DER POLITIK UND DEM PERSÖNLICHEN EHRGEIZ DERER IN VERANTWORTUNG. ES IST DURCHZOGEN MIT ERFINDUNGEN UND LÜGEN DER ZEUGEN (DIE IHRE EIGENEN MOTIVE HABEN). ES IST DIES EIN SZENARIO, DAS JEDE REGEL VON "FAIR PLAY" MISSACHTET.



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Seit Februar diesen Jahres habe ich vier Monate damit verbracht, alle Gerichtsaufzeichnungen, Prozeßabschriften Polizeiberichte, praktisch jedes Stückchen offizieller Dokumentation zu lesen. Ich wollte mich darüber unterrichten, was wirklich passiert war und was wer zu welchem Zeitpunkt zu wem gesagt hat. Die Dokumente aller drei Fälle sind in zwanzig Bände gebunden und sind nicht nach jedem individuellen Fall getrennt. Trotzdem haben Freunde und ich uns die Zeit genommen alles zu lesen. Ich habe mit vielen Leuten gesprochen, die direkt oder indirekt im Zusammenhang mit Debbie's Fall stehen. Ich bin meinen eigenen Recherchen mit Leuten, die ich aus der Vergangenheit kannte und solchen, die Debbie und ihr Leben kannten nachgegangen. Ich habe jedes Archiv betreten, auf das ich gestoßen bin. Ich war entsetzt über meine eigenen Funde und die Nachlässigkeit von Debbie's ehemaligen Verteidiger, sowie darüber, was dieser Staat willens und in der Lage zu tun war.

Was war UNRECHT, als eine junge Mutter, die ihrem Freund vertraute, es zunächst völlig ablehnte zu glauben, daß der Jim Styers den SIE KANNTE irgend etwas mit der Tötung ihres Sohnes zu tun hatte ?

Was war UNRECHT, für eine junge Mutter, die Stöckelschuhe zu vergraben, stark und entschlossen zu werden um ein Leben für sich und ihren Sohn zu schmieden, eineKarriere zu verfolgen, die dies ermöglichte und aus dem "Umgebungsmorast" zu kommen, dem sie ausgesetzt war ?

Was war UNRECHT, mit ihrer Schwester Vereinbarungen zu treffen, daß sie sich um die beiden Kinder kümmerte, während Debbie die Einzige war, die arbeitete, manchmal zwei Jobs gleichzeitig, um alles für alle Anderen zu regeln, einschließlich ihrer Schwester und deren Kind ?

Was war UNRECHT an der Aussage : "Ich wollte nicht, daß mein Kind aufwächst, um so wie sein Vater zu werden" (AUS DIESEM GRUND HATTE SIE SICH VON MARK MILKE SCHEIDEN LASSEN) ? Alles, was sie erlebt hatte, sogar nach ihrer Scheidung war, daß ihr Ex-Mann zu dieser Zeit jenseits jeder Vernunft war. Sie hat sich diesen Schritt nicht leichtgemacht, denn sie liebte Mark Milke. Ihre einzige und wichtigste Sorge war, ihren Sohn aus einer Drogenumgebung herauszuziehen. MARK MILKE hatte sich viel Mühe gegeben und Versprechungen gemacht "clean" zu werden, hat das damals aber nicht zuwege gebracht.

Was hat diesem Polizisten (oder irgend einem anderen) das Recht gegeben, diesen Satz aus dem Zusammenhang zu reißen und in einer völlig entstellten Form an die Presse durchsickern zu lassen ?

Als der Mord an meinem Enkelsohn, kurz vor Weihnachten, die Nation erschütterte, erschütterte das meine Familie auch. Was mich am meisten entsetzt ist, daß NIEMAND jemals einen Schritt unternommen hat um hinter die Kulissen zu sehen oder anderen Hinweisen zu diesem Verbrechen nachzugehen. Für Armando Saldate war es ein "letzter Triumph", denn er wurde mit einem unverbrüchlichen Fall vom Polizeidienst in den Ruhestand versetzt und zum Constable gewählt. Er beansprucht Kinder und eine Familie zu haben, für die er alles tun würde, um sie vor Schaden zu bewahren.

Ich möchte, daß sich alle die Ereignisse um die Verhaftung meiner Tochter, ihren Prozeß und das Berufungsverfahren genau anschauen. Die Taktiken der Polizei und der Gerichte haben meine Tochter in die Todeszelle gebracht. Es gibt keinen materiellen, noch sonst einen wirklichen Beweis für die Vorwürfe gegenüber Debbie.

Viele Bürger sind tief besorgt über die Tatsache, daß Familiennmitglieder auf diese verheerende Weise gegen Debbie ausgesagt haben. Die Antwort auf diese in jedem Sinne berechtigten Fragen können nur in der Liebe/Haß-Dynamik dieser Familie und ihrer sozialen Geschichte gefunden werden. Niemand kennt sie besser als ich, aber ich möchte mich zurückhalten, zum jetzigen Zeitpunkt tiefer in dieses Szenario einzusteigen. Das wäre auch zu schmerzlich. Weder Debbie's Vater, Richard Sadeik und seine Familie, noch ihre Schwester Sandy Pickinpaugh und ihre Familie, sowie Debbie ehemalige Freundin Dorothy Markwell lebten in diesen entscheidenden Tagen in ihrer Nähe oder hatten Kenntnisse aus erster Hand über ihr wirkliches Leben und ihre Pläne. Diejenigen die sie in diesen Tagen am besten kannten haben sie NICHT gekreuzigt oder auch nur belastet. Die Aussagen der drei genannten kann also nur als reines "Hörensagen" betrachtet werden und stützen sich auf reine Spekulationen NACHDEM der Mord passiert war.

Einer der schwerwiegenderen Aspekte in Debbie's Gerichtsverfahen sind die unerhörten Fehler die von Debbie's Pflichtverteidiger, Kenneth Ray, begangen wurden, der dem Staat erlaubte eine Bandaufzeichnung als Beweismittel einzusetzen, die Sandy auf Geheiß ihres Vaters während des Besuches von Detective Saldate in Wyoming gemacht hatte. Sandy's Vater hatte sie angewiesen, ihm das Band schicken. Während Sandy 's Aussage wurde dieses Band zum Diskussionsgegenstand. Entweder hatte der Verteidiger das Band nicht in seiner gesamten Länge gehört, oder er hatte eine beschädigte Kopie mit Lücken bekommen. Es ist eine Tatsache, daß er dem, als Beweisstück Nummer 145 durch den Ankläger Noel Levy vorgebrachten Band nicht wiedersprochen hat, und so so als Beweisstück zugelassen hat. Wie auch immer, das Band wurde nie im Gerichtssaal abgespielt und die Geschworenen wußten nichts über seinern Inhalt. Zu der Zeit als Sandy's Aussage beendet war, wußte nur der Staat vom Inhalt der ursprünglichen Bandaufzeichnung. Laut Pressequellen (die nun im Besitz des Originalbandes sind) enthielt es Beweise die - wenn es abgehört, oder vom Verteidiger ernst genommen und im Gerichtssal abgespielt worden wäre - es der Verteidigung reichlich Spielraum gegeben hätte, unzulässigen Beweisen, die sich auf "Hörensagen" gegründet haben, zu widersprechen. Die Unterlassung der Verteidigung, die Bedeutung dieses Bandes auszuwerten und die Zustimmung es als Beweismittel der Anklage ohne Widerspruch zuzulassen war abolut falsch und vorverurteilte seine Mandantin aufs Äußerste. ER überlies den Fall dem Staat.

Des weiteren ist es eine Tatsache, daß der Verteidiger KEINE Zeugen zu Debbie's Vorteil vorlud, einschließlich mir und trotz meiner vielen Versuche ihn zu kontaktieren. Ich habe auch herausgefunden, daß viele Personen zur Verfügung gestanden hätten, die Debbie gut kannten, und die sich bis heute fragen, warum sich niemand mit ihnen in Verbindung gesetzt hat. Die Gerichtsakten besagen, zum Beispiel, daß zumindest mein Mann und ich als Zeugen für verschiedene Anhörungen vor Prozeßbeginn aufgelistet waren, aber wir wurden nie kontaktiert, noch informiert, daß solche Anhörungen stattgefunden hatten.

Wenn die Rechte einer Person nicht von einem Verteidiger geschützt werden können (ungeachtet seines beruflichen Standvermögens), wenn gegen die Rechte einer Person verstoßen werden kann, durch die Umgehung vorschriftsmäßiger Polizeiverfahren und einer Anklagepolitik, die nur versucht den Pöbel zu beruhigen, dann befinden wir uns in einem kaputten Rechtssystem. Dieses System erlaubt Taktiken, Individuen zu überwältigen, die nicht die Mittel haben sich zu wehren. Ein vertrauenwürdiges Rechtssystem braucht ein gutes Prüf- und Ausgleichssystem, und ein Teil davon ist, daßman erkennen kann, daß unser Staat und die hiesigen Gesetze seine Bürger vor solchem Mißbrauch durch  Law Endorsement Agencies  und Beamten, die wir in ihr Amt wählen, die aber dieses Vertrauen mißbrauchen, schützen. Es ist fast unmöglich nicht zu dem Schluß zu kommen, daß meine Tochter Debbie offiziell und öffentlich für ein abscheuliches Verbrechen geopfert wird, mit dem sie nichts zu tun hatte. Es wäre schädlich einen weiteren Justizirrtum zugeben zu müssen, nach all denen die sich in den letzten Jahren in diesem Staat bereits ereignet haben. Das Zugeben von Justizirrtümern durch einen oder mehrere Teilnehmer bei dem Ergebnis in diesem kontroversen Fall ist nirgendwo populär, aber in einem exponierten Fall wie diesem, geht es um Wählerstimmen , Karrieren und den persönlichen Ehrgeiz der Leute mit der Macht, über Leben und Tod eines Einzelnen zu bestimmen.

Nichts in der Welt kann für Debbie zurückbringen, was sie sie verloren hat : ihr einziges Kind, ihre jungen Jahre, ihre mögliche Karriere oder alles, von dem normale Erwachsene so träumen. Debbie hat auch die Möglichkeit verloren, an den letzten Tagen vieler ihrer Lieben bei ihnen sein zu können: ihre Großeltern mütterlicherseits, ihrer Großmutter väterlicherseits, Christpher's Großmutter, Ilse Milke; und besonders hart für Debbie war es, an den letzten Tagen ihres Vaters, Richard Sadeik nicht teilhaben zu können, der im letzten März verstarb. Dieser Staat hat öffentlich verkündet, das Leben von Debbie Milke auszulöschen, und trotzdem frage ich mich, wie viele Leute in Arizona sich dazu herabgelassen haben, nach der Wahrheit zu fragen.

Tausende von Menschen, hier und im Ausland, sind sehr besorgt, wie unsere Polizeitaktik und die Staatsanwaltschaft arbeitet. Entsprechend der Organisation "Familien von Mordopfern für Versöhnung" zitiere ich Mr. Pat Bane : "Gerichtsverfahren sind wie Spiele; der Anwalt der den besten Zug macht gewinnt und die andere Seite verliert. Siege übersetzen sich oft in Wählerstimmen und Karrieresprünge. Unser Gerichtssystem belohnt die Gewinner und bestraft die Verlierer ohne sich zu bemühen, den Kreislauf von Ursache und Wirkung der ein Verbrechen verewigt zu verstehen oder zu durchbrechen. Unsere Massenmedien haben ein immenses Potential um eine positive Veränderung herbeizuführen. Statt dessen spielen sie auf unsere niedrigen Instinkte an, und unterhalten uns mit lüsternen Details über brutale Verbrechen und trivialisieren menschliches Leid."

Ich habe alle rechtlichen Details studiert und ich habe ANGST.

MEINE BITTE AN JEDEN DER DIES LIEST :

Lesen Sie bitte Debbie's Website und stellen Sie sich bitte die gleichen Fragen :

  • Warum konnte ein Polizeioffizier mit diesen Methoden durchkommen ?
  • Warum hat sich ihre Familie von Debbie abgewendet ?
  • Wieso hatte das Gericht und die Geschworenen eine so leichtes Spiel ?
  • Warum gab es keine Untersuchung, die in die Tiefe ging ?
  • Wie ist es den Medien möglich, eine Beschuldigte zu verurteilen, bevor sie auch nur in der Lage war, sich mit einem Anwalt zu besprechen ?
  • Warum hat die Verteidigung keine Zeugen vorgeladen, die in der Lage gewesen wären für Debbie zu sprechen ?
  • Wie ist es möglich, daß ein staatliches Gericht haltlose Beweise zuläßt ?
  • Warum wird das Wort eines unbescholtenen Bürgers für weniger glaubwürdig gehalten als das Wort eines Detectives, der für zahlreiche Verletzungen von Persönlichkeitsrechten bekannt ist ?
  • Warum sollte ein Richter - der per Gesetz darauf geschworen hat die Rechte von Kläger und Beklagtem auf unvoreingenommene Weise zu schützen - den Zugang zu den Personalakten des Kommissar's versperren ?

Der Fall meiner Tochter ist unglücklicherweise kein Enzelfall. Ich kann mir vorstellen, daß es für Menschen, die nicht persönlich betroffen sind, schwer ist, sich auf das Leid, das hier passiert, zu beziehen. Die meisten von uns glauben an unser Rechtssystem, aber wenn die Gerechtigkeit versagt, fühlst du dich verraten.

Bitte lesen Sie Debbie's Website ganz. Es ist auch ein trauriges Kapitel meines Lebens, diese Erfahrung zu machen.

Mein Herz blutet über das, was hier passiert, und alles was ich tun kann ist, an den gesunden Menschenverstand zu appellieren, den der Wähler und dem Rückgrad dieses Landes, um unser Vermächtnis der Menschenrechte zu erhalten und es nicht durch politische Macht und Ehrgeiz aushöhlen zu lassen. Ich glaube an die Gerechtigkeit im Einklang mit unserer Verfassung, aber nicht wenn sie von bestimmten Individuuen für ihren eigenen, persönlichen Vorteil benutzt wird. All dies ist besonders schwer zu akzeptieren, da der vermutliche Mörder bis heute Debbie's Unschuld beteuert.

Ich kann nur sagen : MACHEN SIE SICH KLAR, DASS DIES KEIN ROMAN IST. DAS KANN IHNEN PASSIEREN, IHREN LIEBEN, EINEM FREUND ODER NACHBARN.

ICH FREUE MICH ÜBER JEDE UND JEDEN DIE MIT MIR FÜR MEINE TOCHTER BETEN UND, DAß DIE MÄCHTIGEN IN IHREN BÜROS, DIE ÜBER LEBEN UND TOD ENTSCHEIDEN, IHRE SEELE WIEDERFINDEN.

Ich möchte mich auch bei all denen bedanken, die sich die Zeit genommen haben Debbie's Fall zu unterstützen. Ich habe durch diese Erfahrung gelernt, wieviele wundervolle Menschen in dieser Welt sind, denen nicht alles egal ist.

Herzliche Grüße

Renate Janka

Debbie

Bitte notieren Sie diese Adresse, um Debbie zu schreiben :
Initiative "Freiheit für Debbie Milke"
Postfach 38 02 35
14112 Berlin

Diese Seite wurde zuletzt bearbeitet :
Monday, 03-Mar-2008 20:17:33 CST
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