Seit Februar diesen Jahres habe ich vier Monate damit verbracht, alle Gerichtsaufzeichnungen, Prozeßabschriften Polizeiberichte, praktisch jedes Stückchen offizieller Dokumentation zu lesen. Ich wollte mich darüber unterrichten, was wirklich passiert war und was wer zu welchem Zeitpunkt zu wem gesagt hat. Die Dokumente aller drei Fälle sind in zwanzig Bände gebunden und sind nicht nach jedem individuellen Fall getrennt. Trotzdem haben Freunde und ich uns die Zeit genommen alles zu lesen. Ich habe mit vielen Leuten gesprochen, die direkt oder indirekt im Zusammenhang mit Debbie's Fall stehen. Ich bin meinen eigenen Recherchen mit Leuten, die ich aus der Vergangenheit kannte und solchen, die Debbie und ihr Leben kannten nachgegangen. Ich habe jedes Archiv betreten, auf das ich gestoßen bin. Ich war entsetzt über meine eigenen Funde und die Nachlässigkeit von Debbie's ehemaligen Verteidiger, sowie darüber, was dieser Staat willens und in der Lage zu tun war.
Was war UNRECHT, als eine junge Mutter, die ihrem Freund vertraute, es zunächst völlig ablehnte zu glauben, daß der Jim Styers den SIE KANNTE irgend etwas mit der Tötung ihres Sohnes zu tun hatte ?
Was war UNRECHT, für eine junge Mutter, die Stöckelschuhe zu vergraben, stark und entschlossen zu werden um ein Leben für sich und ihren Sohn zu schmieden, eineKarriere zu verfolgen, die dies ermöglichte und aus dem "Umgebungsmorast" zu kommen, dem sie ausgesetzt war ?
Was war UNRECHT, mit ihrer Schwester Vereinbarungen zu treffen, daß sie sich um die beiden Kinder kümmerte, während Debbie die Einzige war, die arbeitete, manchmal zwei Jobs gleichzeitig, um alles für alle Anderen zu regeln, einschließlich ihrer Schwester und deren Kind ?
Was war UNRECHT an der Aussage : "Ich wollte nicht, daß mein Kind aufwächst, um so wie sein Vater zu werden" (AUS DIESEM GRUND HATTE SIE SICH VON MARK MILKE SCHEIDEN LASSEN) ? Alles, was sie erlebt hatte, sogar nach ihrer Scheidung war, daß ihr Ex-Mann zu dieser Zeit jenseits jeder Vernunft war. Sie hat sich diesen Schritt nicht leichtgemacht, denn sie liebte Mark Milke. Ihre einzige und wichtigste Sorge war, ihren Sohn aus einer Drogenumgebung herauszuziehen. MARK MILKE hatte sich viel Mühe gegeben und Versprechungen gemacht "clean" zu werden, hat das damals aber nicht zuwege gebracht.
Was hat diesem Polizisten (oder irgend einem anderen) das Recht gegeben, diesen Satz aus dem Zusammenhang zu reißen und in einer völlig entstellten Form an die Presse durchsickern zu lassen ?
Als der Mord an meinem Enkelsohn, kurz vor Weihnachten, die Nation erschütterte, erschütterte das meine Familie auch. Was mich am meisten entsetzt ist, daß NIEMAND jemals einen Schritt unternommen hat um hinter die Kulissen zu sehen oder anderen Hinweisen zu diesem Verbrechen nachzugehen. Für Armando Saldate war es ein "letzter Triumph", denn er wurde mit einem unverbrüchlichen Fall vom Polizeidienst in den Ruhestand versetzt und zum Constable gewählt. Er beansprucht Kinder und eine Familie zu haben, für die er alles tun würde, um sie vor Schaden zu bewahren.
Ich möchte, daß sich alle die Ereignisse um die Verhaftung meiner Tochter, ihren Prozeß und das Berufungsverfahren genau anschauen. Die Taktiken der Polizei und der Gerichte haben meine Tochter in die Todeszelle gebracht. Es gibt keinen materiellen, noch sonst einen wirklichen Beweis für die Vorwürfe gegenüber Debbie.
Viele Bürger sind tief besorgt über die Tatsache, daß Familiennmitglieder auf diese verheerende Weise gegen Debbie ausgesagt haben. Die Antwort auf diese in jedem Sinne berechtigten Fragen können nur in der Liebe/Haß-Dynamik dieser Familie und ihrer sozialen Geschichte gefunden werden. Niemand kennt sie besser als ich, aber ich möchte mich zurückhalten, zum jetzigen Zeitpunkt tiefer in dieses Szenario einzusteigen. Das wäre auch zu schmerzlich. Weder Debbie's Vater, Richard Sadeik und seine Familie, noch ihre Schwester Sandy Pickinpaugh und ihre Familie, sowie Debbie ehemalige Freundin Dorothy Markwell lebten in diesen entscheidenden Tagen in ihrer Nähe oder hatten Kenntnisse aus erster Hand über ihr wirkliches Leben und ihre Pläne. Diejenigen die sie in diesen Tagen am besten kannten haben sie NICHT gekreuzigt oder auch nur belastet. Die Aussagen der drei genannten kann also nur als reines "Hörensagen" betrachtet werden und stützen sich auf reine Spekulationen NACHDEM der Mord passiert war.
Einer der schwerwiegenderen Aspekte in Debbie's Gerichtsverfahen sind die unerhörten Fehler die von Debbie's Pflichtverteidiger, Kenneth Ray, begangen wurden, der dem Staat erlaubte eine Bandaufzeichnung als Beweismittel einzusetzen, die Sandy auf Geheiß ihres Vaters während des Besuches von Detective Saldate in Wyoming gemacht hatte. Sandy's Vater hatte sie angewiesen, ihm das Band schicken. Während Sandy 's Aussage wurde dieses Band zum Diskussionsgegenstand. Entweder hatte der Verteidiger das Band nicht in seiner gesamten Länge gehört, oder er hatte eine beschädigte Kopie mit Lücken bekommen. Es ist eine Tatsache, daß er dem, als Beweisstück Nummer 145 durch den Ankläger Noel Levy vorgebrachten Band nicht wiedersprochen hat, und so so als Beweisstück zugelassen hat. Wie auch immer, das Band wurde nie im Gerichtssaal abgespielt und die Geschworenen wußten nichts über seinern Inhalt. Zu der Zeit als Sandy's Aussage beendet war, wußte nur der Staat vom Inhalt der ursprünglichen Bandaufzeichnung. Laut Pressequellen (die nun im Besitz des Originalbandes sind) enthielt es Beweise die - wenn es abgehört, oder vom Verteidiger ernst genommen und im Gerichtssal abgespielt worden wäre - es der Verteidigung reichlich Spielraum gegeben hätte, unzulässigen Beweisen, die sich auf "Hörensagen" gegründet haben, zu widersprechen. Die Unterlassung der Verteidigung, die Bedeutung dieses Bandes auszuwerten und die Zustimmung es als Beweismittel der Anklage ohne Widerspruch zuzulassen war abolut falsch und vorverurteilte seine Mandantin aufs Äußerste. ER überlies den Fall dem Staat.
Des weiteren ist es eine Tatsache, daß der Verteidiger KEINE Zeugen zu Debbie's Vorteil vorlud, einschließlich mir und trotz meiner vielen Versuche ihn zu kontaktieren. Ich habe auch herausgefunden, daß viele Personen zur Verfügung gestanden hätten, die Debbie gut kannten, und die sich bis heute fragen, warum sich niemand mit ihnen in Verbindung gesetzt hat. Die Gerichtsakten besagen, zum Beispiel, daß zumindest mein Mann und ich als Zeugen für verschiedene Anhörungen vor Prozeßbeginn aufgelistet waren, aber wir wurden nie kontaktiert, noch informiert, daß solche Anhörungen stattgefunden hatten.
Wenn die Rechte einer Person nicht von einem Verteidiger geschützt werden können (ungeachtet seines beruflichen Standvermögens), wenn gegen die Rechte einer Person verstoßen werden kann, durch die Umgehung vorschriftsmäßiger Polizeiverfahren und einer Anklagepolitik, die nur versucht den Pöbel zu beruhigen, dann befinden wir uns in einem kaputten Rechtssystem. Dieses System erlaubt Taktiken, Individuen zu überwältigen, die nicht die Mittel haben sich zu wehren. Ein vertrauenwürdiges Rechtssystem braucht ein gutes Prüf- und Ausgleichssystem, und ein Teil davon ist, daßman erkennen kann, daß unser Staat und die hiesigen Gesetze seine Bürger vor solchem Mißbrauch durch Law Endorsement Agencies und Beamten, die wir in ihr Amt wählen, die aber dieses Vertrauen mißbrauchen, schützen. Es ist fast unmöglich nicht zu dem Schluß zu kommen, daß meine Tochter Debbie offiziell und öffentlich für ein abscheuliches Verbrechen geopfert wird, mit dem sie nichts zu tun hatte. Es wäre schädlich einen weiteren Justizirrtum zugeben zu müssen, nach all denen die sich in den letzten Jahren in diesem Staat bereits ereignet haben. Das Zugeben von Justizirrtümern durch einen oder mehrere Teilnehmer bei dem Ergebnis in diesem kontroversen Fall ist nirgendwo populär, aber in einem exponierten Fall wie diesem, geht es um Wählerstimmen , Karrieren und den persönlichen Ehrgeiz der Leute mit der Macht, über Leben und Tod eines Einzelnen zu bestimmen.
Nichts in der Welt kann für Debbie zurückbringen, was sie sie verloren hat : ihr einziges Kind, ihre jungen Jahre, ihre mögliche Karriere oder alles, von dem normale Erwachsene so träumen. Debbie hat auch die Möglichkeit verloren, an den letzten Tagen vieler ihrer Lieben bei ihnen sein zu können: ihre Großeltern mütterlicherseits, ihrer Großmutter väterlicherseits, Christpher's Großmutter, Ilse Milke; und besonders hart für Debbie war es, an den letzten Tagen ihres Vaters, Richard Sadeik nicht teilhaben zu können, der im letzten März verstarb. Dieser Staat hat öffentlich verkündet, das Leben von Debbie Milke auszulöschen, und trotzdem frage ich mich, wie viele Leute in Arizona sich dazu herabgelassen haben, nach der Wahrheit zu fragen.
Tausende von Menschen, hier und im Ausland, sind sehr besorgt, wie unsere Polizeitaktik und die Staatsanwaltschaft arbeitet. Entsprechend der Organisation "Familien von Mordopfern für Versöhnung" zitiere ich Mr. Pat Bane : "Gerichtsverfahren sind wie Spiele; der Anwalt der den besten Zug macht gewinnt und die andere Seite verliert. Siege übersetzen sich oft in Wählerstimmen und Karrieresprünge. Unser Gerichtssystem belohnt die Gewinner und bestraft die Verlierer ohne sich zu bemühen, den Kreislauf von Ursache und Wirkung der ein Verbrechen verewigt zu verstehen oder zu durchbrechen. Unsere Massenmedien haben ein immenses Potential um eine positive Veränderung herbeizuführen. Statt dessen spielen sie auf unsere niedrigen Instinkte an, und unterhalten uns mit lüsternen Details über brutale Verbrechen und trivialisieren menschliches Leid."
Ich habe alle rechtlichen Details studiert und ich habe ANGST.
MEINE BITTE AN JEDEN DER DIES LIEST :
Lesen Sie bitte Debbie's Website und stellen Sie sich bitte die gleichen Fragen :
- Warum konnte ein Polizeioffizier mit diesen Methoden durchkommen ?
- Warum hat sich ihre Familie von Debbie abgewendet ?
- Wieso hatte das Gericht und die Geschworenen eine so leichtes Spiel ?
- Warum gab es keine Untersuchung, die in die Tiefe ging ?
- Wie ist es den Medien möglich, eine Beschuldigte zu verurteilen, bevor sie auch nur in der Lage war, sich mit einem Anwalt zu besprechen ?
- Warum hat die Verteidigung keine Zeugen vorgeladen, die in der Lage gewesen wären für Debbie zu sprechen ?
- Wie ist es möglich, daß ein staatliches Gericht haltlose Beweise zuläßt ?
- Warum wird das Wort eines unbescholtenen Bürgers für weniger glaubwürdig gehalten als das Wort eines Detectives, der für zahlreiche Verletzungen von Persönlichkeitsrechten bekannt ist ?
- Warum sollte ein Richter - der per Gesetz darauf geschworen hat die Rechte von Kläger und Beklagtem auf unvoreingenommene Weise zu schützen - den Zugang zu den Personalakten des Kommissar's versperren ?
Der Fall meiner Tochter ist unglücklicherweise kein Enzelfall. Ich kann mir vorstellen, daß es für Menschen, die nicht persönlich betroffen sind, schwer ist, sich auf das Leid, das hier passiert, zu beziehen. Die meisten von uns glauben an unser Rechtssystem, aber wenn die Gerechtigkeit versagt, fühlst du dich verraten.
Bitte lesen Sie Debbie's Website ganz. Es ist auch ein trauriges Kapitel meines Lebens, diese Erfahrung zu machen.
Mein Herz blutet über das, was hier passiert, und alles was ich tun kann ist, an den gesunden Menschenverstand zu appellieren, den der Wähler und dem Rückgrad dieses Landes, um unser Vermächtnis der Menschenrechte zu erhalten und es nicht durch politische Macht und Ehrgeiz aushöhlen zu lassen. Ich glaube an die Gerechtigkeit im Einklang mit unserer Verfassung, aber nicht wenn sie von bestimmten Individuuen für ihren eigenen, persönlichen Vorteil benutzt wird. All dies ist besonders schwer zu akzeptieren, da der vermutliche Mörder bis heute Debbie's Unschuld beteuert.
Ich kann nur sagen : MACHEN SIE SICH KLAR, DASS DIES KEIN ROMAN IST. DAS KANN IHNEN PASSIEREN, IHREN LIEBEN, EINEM FREUND ODER NACHBARN.
ICH FREUE MICH ÜBER JEDE UND JEDEN DIE MIT MIR FÜR MEINE TOCHTER BETEN UND, DAß DIE MÄCHTIGEN IN IHREN BÜROS, DIE ÜBER LEBEN UND TOD ENTSCHEIDEN, IHRE SEELE WIEDERFINDEN.
Ich möchte mich auch bei all denen bedanken, die sich die Zeit genommen haben Debbie's Fall zu unterstützen. Ich habe durch diese Erfahrung gelernt, wieviele wundervolle Menschen in dieser Welt sind, denen nicht alles egal ist.
Herzliche Grüße
Renate Janka